Warum Sportwetten kein Glücksspiel sind

Sportwetten werden in der öffentlichen Wahrnehmung gerne pauschal mit Glücksspiel verglichen. Ebenso wurde in der Medialen Berichterstattung immer wieder behauptet es wäre wie Spielautomaten, Roulette oder Slots-Spiele gleichzugesetzt. Doch diese Gleichsetzung hält einer genaueren Betrachtung – rechtlich wie inhaltlich – nicht stand. Tatsächlich unterscheiden sich Sportwetten in wesentlichen Punkten vom klassischen Glücksspiel. Und diese Unterschiede sind nicht nur theoretischer Natur: Sie wurden zuletzt 2024 vom Obersten Gerichtshof Österreichs (OGH) bestätigt.

Vorurteile und Wirklichkeit

In der gesellschaftlichen Diskussion, die in Medien gerne von vermeintlichen Experten und Suchtforschern angenommen wird ist, dass bei Sportwetten der Zufall über Gewinne oder Verlust einer Wette entscheidet – ähnlich wie beim Würfeln oder beim Spiel an einem Spielautomaten. Doch diese Sichtweise verkennt die Besonderheit der Sportwette: Sie basiert eben nicht ausschließlich auf Zufall, sondern wesentlich auf der Geschicklichkeit des Wettkunden. Damit ist nicht Glück gemeint, sondern die Fähigkeit, durch analytisches Denken, Wissen, Erfahrung und Strategie eine fundierte Einschätzung über den möglichen Ausgang eines Sportereignisses zu treffen.

Rechtliche Klarstellung durch den OGH (2024)

Ein bedeutender Punkt in der rechtlichen Einordnung war die Entscheidung 8 Ob 113/23p des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2024. Der OGH stellte klar:

„Sportwetten sind kein Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes, da der Zufall nicht überwiegend über den Gewinn entscheidet.“

Diese Entscheidung stützt sich auf die bereits etablierte juristische Unterscheidung: Nach dem österreichischen Glücksspielgesetz (GSpG) liegt Glücksspiel dann vor, wenn der Zufall überwiegt. Bei Sportwetten ist das nicht der Fall – hier hängt der Ausgang vielmehr davon ab, wer – der Buchmacher oder der Wettkunde – die sportliche Situation besser einzuschätzen weiß.

Sportwetten als geschicklichkeitsbasiertes Spiel

Der Kern der Wette liegt im Abwägen von Wahrscheinlichkeiten. Der Buchmacher kalkuliert Quoten anhand komplexer Modelle, statistischer Daten und Marktbewegungen. Der Wettkunde hingegen versucht, durch eigene Überlegungen – basierend auf Teamform, Taktik, Verletzungen oder Wetterbedingungen – einen Vorteil zu erkennen.

Hier entscheidet Geschicklichkeit, nicht der Zufall. Ein gut informierter Wettkunde kann langfristig erfolgreicher sein als jemand, der blind tippt. Und das ist ein fundamentaler Unterschied zum Glücksspiel: Dort ist es unabhängig vom Verhalten des Spielers, ob er gewinnt oder verliert.

Vergleich: Sportwette vs. Glücksspiel

MerkmalSportwetteGlücksspiel (z. B. Spielautomat)
Einfluss durch GeschicklichkeitHoch – durch Analyse & StrategieNicht vorhanden – reines Zufallsprinzip
Wissen & VorbereitungZentrale ErfolgsfaktorenSpielverlauf unbeeinflussbar
Rechtliche EinordnungLandesrechtlich (Wettgesetze)Bundesrechtlich (GSpG)
Langfristiger Erfolg möglich?Ja, mit System & DisziplinNein, wegen negativem Erwartungswert

Regulierung in Österreich: Sportwetten = kein Monopol

Ein weiterer Beleg für die Differenzierung liegt in der gesetzlichen Zuständigkeit: Während klassisches Glücksspiel dem Bund unterliegt, sind Sportwetten in Österreich Sache der Bundesländer. Sie werden über eigene landesgesetzliche Wettgesetze geregelt. Diese 9 Landesgesetze berücksichtigen landesspezifische Notwendigkeiten und gewachsene Entwicklungen und unterscheiden sich in einzelnen Punkten und unterliegen nicht dem Glücksspielmonopol des Bundes. Das ist ein klares Indiz für die rechtliche und faktische Trennung der beiden Bereiche.

Fazit: Wetten mit Verantwortung – aber nicht im Glücksspiel-Sinn

Sportwetten sind kein Glücksspiel, sondern eine eigenständige Form des Wettens, bei der Geschicklichkeit, Erfahrung und Wissen den Unterschied machen können. Der rechtliche Status, die Entscheidung des OGH und der Vergleich mit typischem Glücksspiel zeigen eindeutig:

Sportwetten beruhen auf der Einschätzungsfähigkeit des Wettkunden – und nicht auf blindem Glück.

Natürlich bleibt ein Restrisiko bestehen, wie bei jeder Form der Prognose. Doch wer informiert, verantwortungsvoll und diszipliniert wettet, nutzt seine Geschicklichkeit – und betreibt kein Glücksspiel, sondern ein geschicklichkeitsbasiertes Wettspiel.
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